Zwei häufige Fehler und fünf Regeln: Darauf kommt es jetzt bei neuen Zielen an

Wer Ziele neu planen muss, steht vor der Herausforderung bei der Motivation: Die beteiligten Personen müssen an die neuen Ziele glauben und möglichst sicher sein, dass sie jetzt auf dem richtigen Weg sind. Achte also sehr genau auf die Formulierungen der neuen Ziele. 

Schon die Tatsache, dass Du (immer wieder) neu planen musst, kratzt an der Glaubwürdigkeit und dem Vertrauen der Teammitglieder darauf, dass Ziele erreichbar sind. Wenn Du Ziele neu aufsetzt oder überarbeitest, ist es deshalb besonders wichtig, häufige Fehler bei der Formulierung zu vermeiden, die Unsicherheiten verstärken könnten. 

 

Fehler 1: Unspezifische Ziele 


Besonders in ungewissen Zeiten ist die Versuchung groß, Ziele nur vage zu formulieren. Zum Beispiel: „Wir wollen in etwa den Vorjahresumsatz halten.“ Oder: „Wir wollen mehr Wunschkundschaft gewinnen.“ Solche unkonkret formulierten Ziele lassen zu viel Interpretationsmöglichkeiten und können dadurch für zusätzliche Unsicherheit sorgen, die Du gerade jetzt nicht haben willst. 
 

 

Fehler 2: Negativ formulierte Ziele 


Beispiel: „Wir verlieren im neuen Jahr keine Kundschaft mehr“. Oder: „Wir begrenzen den Umsatzrückgang auf 20 Prozent.“ Solche Formulierungen legen den Fokus auf Gefahr oder Bedrohung und können dadurch negativen Stress verstärken. Wer ein solches Ziel erreicht, hat nur das Gefühl, einer Gefahr entkommen zu sein, nicht aber den Triumph, etwas erreicht zu haben.
 

Extra-Tipp: 

Vermeide es, ein nicht erreichtes Ziel einfach noch einmal auszurufen! Ist Dein Team oder eine Mitarbeitende im vergangenen Jahr oder Quartal an einem Ziel gescheitert, steigt die Gefahr des erneuten Scheiterns. Formuliere Ziele deshalb auf jeden Fall neu oder finde neue Herausforderungen und modifiziere Deine Ziele, um das zu vermeiden. 

Wenn Du mit anderen gemeinsam Ziele formulierst oder neu planst, halte Dich an die folgenden fünf Regeln, damit Du den größtmöglichen Motivationseffekt behältst: 

 

Regel 1: Formuliere Ziele konkret und messbar 


Auch wenn die Planung herausfordernd ist, gestalte Ziele immer konkret und messbar. Formuliere sie in diesem Stil: „Ich gewinne in 2026 zehn neue Kund:innen aus der XY-Branche mit einem Gesamtumsatz von x.000€.“ So ist der Erfolg messbar und es kann keinen Zweifel daran geben, worauf der Fokus der Arbeit liegt.
 

 

Regel 2: Bleib realistisch 


Optimismus ist eine wichtige Eigenschaft als Unternehmer:in bzw. Führungskraft, doch lass Dich nicht dazu hinreißen, übertriebene Ziele zu formulieren. Wenn es unrealistisch ist, die Zahlen im erwarteten Zeitrahmen zu erreichen, werden die Teammitglieder nur entmutigt und verlieren von Anfang an die Motivation. Frage Deine Teamkolleg:innen bei der Zielplanung: „Was willst Du erreichen? Und was brauchst Du, um das zu erreichen?“ Eine Faustformel lautet: Wenn Du zu etwa 80 Prozent sicher bist, dass das Ziel erreicht werden kann, ist es ambitioniert genug, aber nicht zu unrealistisch.
 

Regel 3: Nimm den Weg zum Ziel mit auf 


Zur Zielplanung gehört immer auch die Planung der konkreten Aktivitäten und Maßnahmen, die nötig sind, um das Ziel zu erreichen. Wenn Ziele neu definiert werden müssen, gewinnt dieser Punkt noch einmal an Wichtigkeit. Wenn die ursprünglichen Ziele und Aktivitäten nicht funktioniert haben, sollten die neuen umso überzeugender sein. Nimm deshalb jetzt direkt mit in die Formulierung auf, wie das Ziel erreicht werden soll. Beispiel: „Ich gewinne in 2026 Kund:innen aus der xy-Branche mit einem Gesamtumsatz von x.000€. Dazu nutze ich die Leads aus der Social Media und LinkedIn-Kampagne, die von Januar – März läuft. Zusätzlich startet im Dezember eine Mailing-Aktion, die mindestens 50 Interessent:innen bringen soll.“
 

Extra-Tipp: 

Konzentriere Dich bei der Zielplanung nicht ausschließlich auf Zahlen. Denke auch an Entwicklungsziele Deiner Mitarbeitenden und Teamkolleg:innen: Welche neuen Fähigkeiten wollen sie entwickeln? Welches Coaching oder welche Fortbildung ist dafür wann erforderlich? 

Regel 4: Arbeite mit kurzfristigeren Terminen 


Ziele sind meist Jahresziele. Am 21. Dezember ist Stichtag (danach ist realistisch betrachtet in den meisten Branchen das Jahr so gut wie um) und auf dem Weg dahin gibt es bestenfalls ein paar Zwischenziele. Denk darüber nach, ob Du Ziele jetzt kurzfristiger formulierst. Je kürzer der Zeitraum, desto sicherer der Planungszeitraum und desto geringer die Gefahr, dass Du ein weiteres Mal umplanen musst. Setze also verstärkt auf Quartals- und Monats- statt auf Jahresziele.
 

Trotzdem: Auch langfristige Ziele bleiben wichtig, damit Deine Mitarbeitenden und Teamkolleg:innen eine positive Vorstellung von der Zukunft behalten. Mehr Orientierung für den konkreten Alltag liefern jetzt aber die Kurzfrist-Ziele, die möglichst verlässlich erreicht werden können. 

 

Regel 5: Eröffne Perspektiven 


Üblicherweise geht es bei Zielen um Umsatzsteigerung. Beispiel: „10 Prozent mehr Umsatz.“ Dagegen ist nichts einzuwenden. Doch beachte auch: Solche Ziele sind immer auch rückwärtsgewandt, weil sie nur auf der Vergangenheit aufbauen und auch irgendwann an Grenzen stoßen. Achte also immer auch darauf, dass Du neue Ziele formulierst, die Zukunftsperspektiven eröffnen. Beispiel: „Ich gewinne im vierten Quartal fünf Kund:innen aus unserer neuen Zielbranche XY für das neue Produkt XY.“
 

 

Und wie sieht es mit Deinen eigenen Zielen aus? 


Ein/e Unternehmer:in, die/der selbst interessante und motivierende Ziele hat, ist einer der wichtigsten Motivatoren für die Mitarbeitenden und Teamkolleg:innen. Deshalb ist es so wichtig, auch bei den eigenen Zielen über Umsatz- oder Abschlusszahlen hinauszugehen. Die erfolgreichsten Führungskräfte konzentrieren sich dabei darauf, wie sie ihre Teams führen, motivieren und bei der Weiterentwicklung unterstützen. Hier kannst auch Du Dir interessante Ziele setzen. Zum Beispiel:
 

  • Plane und führe jeden Monat zwei Coaching-Sitzungen mit jedem Deiner Mitarbeitenden bzw. Teamkolleg:innen 
  • Führe monatlich ein Meeting mit Deinem Team zu einer neuen Verkaufstechnik, Strategie oder Fähigkeit durch. 
  • Erstelle einen individuellen Coaching-Plan für jeden einzelnen Mitarbeitenden (Verbesserungsmöglichkeiten, wie der-/diejenige gerne lernt usw.) 
  • Gib mindestens ein persönliches und umsetzbares Feedback pro Monat an jeden Mitarbeitenden bzw. Teamkolleg:in 

Fordere Deine Mitarbeitenden auf, Dir Feedback zu Arbeitsklima und Abläufen zu geben. Setze dieses Feedback um. Berichte Deinem Team einmal pro Monat, wie dabei der Stand der Dinge ist. 

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